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Schutzkonzepte in Arztpraxen

Am 24.06.2026 fand in der Kassenärztlichen Vereinigung die zweite Veranstaltung für Arztpraxen statt. Organisiert wurde er vom Ärztenetz GbR, dem Gesundheitsamt Reutlingen und Wirbelwind.

PD Dr. Ulrike Hoffmann, Leiterin der Sektion „Schutzkonzepte/Schutzprozesse im Gesundheitswesen und E-Learning“ der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm referierte zu Schutzkonzepten in Arztpraxen.

Seit 17.11.2020 gibt es eine Vorgabe des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Entwicklung von Schutzkonzepten zu einem verpflichtenden Teil des Qualitätsmanagements in Praxen zu machen. Ziel ist es, „Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen, wie beispielsweise Kindern und Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Personen, vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern.“

Ihr Vortrag umfasste folgende Themen

  • Formen von Gewalt im medizinischen Bereich
  • Häufigkeiten von Gewalt im medizinischen Bereich
  • Risikofaktoren für Gewalt in Arztpraxen
  • Entwicklung von Schutzkonzepten
  • Spezifika von Schutzkonzeptentwicklung im medizinisch therapeutischen Bereich
  • Spezifika von Schutzkonzeptentwicklung in Praxen
  • Beispiele aus der KJPP Ulm
  • Informationsmaterialien

Die anwesenden Ärzt*innen und medizinischen Fachangestellten erhielten umfassende Informationen vor allem Impulse, wie die Schutzkonzepte im Arbeitsalltag entwickelt und gelebt werden können.

Ein Schwerpunkt legte PD Dr. Ulrike Hoffmann bei der Analyse von Risikofaktoren in Arztpraxen auf die Sensibilisierung für Abhängigkeitsverhältnis zwischen Patient*innen und Fachkräften. Und noch ein Aspekt rückte in den Fokus: Wie kann sich eine Praxis traumasensibel aufstellen?“. Denn häufig sind traumatische Erfahrung eine Barriere für die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen – sowohl in der Prävention aus auch bei medizinischem Handlungsbedarf.

Das Fazit: es bleibt viel zu tun. Aber der erste Schritt ist getan und es gibt Ideen für die nächsten.

Wir freuen uns darauf.