Wirbelwind Reutlingen > News > Allgemein > Handlungsempfehlung für Arztpraxen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Handlungsempfehlung für Arztpraxen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend

Organisiert vom Ärztenetz Reutlingen, Wirbelwind Reutlingen und dem Gesundheitsamt Reutlingen fand am 25.02.2026 in den Räumlichkeiten der Kassenärztlichen Vereinigung Reutlingen die erste Veranstaltung  für Arztpraxen zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend statt. Etwa 70 niedergelassene Ärzt*innen und Medizinische Fachangestellte nahmen teil.

 

Die Veranstaltung startete mit einem eindrücklichen Bericht von Eva Michielin (www.body-voices.org), die selbst von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend betroffen war. Die vielen Nachfragen und die Rückmeldungen zeugten von der nachhaltigen Wirkung ihres Berichts bei den Anwesenden und bestätigten wieder, wie wichtig es ist, MIT statt ÜBER Betroffene zu sprechen. Manuela Lieb von Wirbelwind – ergänzte den Bericht aus fachlich-professioneller Perspektive.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch die Vorstellung der praxisorientierten Handlungsempfehlung zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend im medizinischen Kontext. Die Teilnehmenden erhielten konkrete Informationen, Hilfestellungen und Wissen um Handlungsabläufe, um mehr Sicherheit im beruflichen Handeln zu gewinnen. Präsentiert wurden diese vom Vorbereitungsteam der Veranstaltung: Melanie Seibold vom Ärztenetz, Dr. Tina Möller vom Gesundheitsamt, Svenja Zwickl, Medizinische Fachangestellte und Manuela Lieb von Wirbelwind.

Danach stellten sich verschiedene Akteur*innen des regionalen Netzwerks vor: der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamts Reutlingen, das DRK Reutlingen, die Frauenklinik Tübingen, die Gewaltambulanz Stuttgart, die Kinderklinik Reutlingen, die Präventionsabteilung der Polizei, die Psychosoziale Prozessbegleitung sowie der Weiße Ring. Alle übernehmen eine wichtige Rolle zur Intervention bei (vermuteter) sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend, die sie jeweils benannten.

Insgesamt wurde die Veranstaltung von den Anwesenden als sehr gewinnbringend bewertet. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit – denn nur gemeinsam können wir Kinder und Jugendliche schützen.